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Eigenbau-Teleskop - Parallaktische Montierung

Präzise Handwerkskunst

Kurz-Info
In der Kuppel der Sternwarte Singen befand sich bis Ende 2003 diese selbstgebaute parallaktische Montierung der Bauart Deutsche Montierung. Diese „führte“ beinahe 20 Jahre lang die Teleskope der Sternwarte dem sich drehenden Sternenhimmel nach.

Technische Daten Parallaktische Montierung
Typ Deutsche Montierung
Stundenachse 50mm Vollstahl
Deklinationsachse 50mm Vollstahl
Nachführmotoren in beiden Achsen Schrittmotoren 12V
Nachführgetriebe Doppeltes Schneckengetriebe
Teilkreise Mit Leuchtdioden
Gewicht 230kg
Baujahr 1980 bis 1983
Hersteller Konrad Andrä

Eigenbau-Montierung
Links im Bild erkennen Sie die Deklinationsachse 1 mit beleuchtbarem Teilkreis 2 sowie den Gegengewichten 3. In der Mitte des Bildes sehen Sie den zweiten beleuchtbaren Teilkreis 4, welcher kraftschlüssig mit der Stundenachse 5 verbunden ist. Unten rechts befindet sich ein Schutzgehäuse 6 . In diesem arbeitet das doppelte Schneckengetriebe 7, angetrieben durch einen 12 V Schrittmotor 8 mit vorgesetztem Untersetzungsgetriebe und Rutschkupplung. Des Weiteren ist die Klemmkupplung 9 für die Stundenachse in diesem Gehäuse untergebracht.

Kurz-Info
Ein mechanisches Meisterwerk stellt die parallaktische Montierung dar. Sie können sich das Zusammenspiel von dem Tubus mit Optik und der parallaktischen Montierung so vorstellen, als seinen diese beiden Komponenten eine mechanische Uhr. Ein Zeiger der Uhr ist das Fernrohr und das Uhrwerk ist die Montierung.

Die Konstruktion der Montierung erlaub eine genau definierte Bewegung der beiden massiven Stahlachsen. Die Achsen werden als Deklinationsachse und Rektaszensionsachse (auch Stundenachse) bezeichnet. Mit Hilfe der Deklinationsachse wird der Abstand eines Sterns vom Himmelsäquator direkt an einem Teilkreis mit Nonius (+ und - Winkelgradeinteilung) eingestellt. Bei der Stundenachse wird es etwas komplizierter, hier kommt unsere Erddrehung mit ins Spiel. Ist der Stern auch an diesem Teilkreis (Stunden und Minuten-Einteilung) eingestellt, so sehen wir diesen im Gesichtsfeld des Okulars.

Doch die Freude hält nicht lange an, denn durch die Erdrotation, von West nach Ost, wandert der eingestellte Stern langsam aus dem Gesichtsfeld. Jetzt kommt die geniale Konstruktion einer parallaktischen Montierung zum Einsatz.

Ein Schneckengetriebe, kombiniert mit einem entsprechenden Elektromotor (muss natürlich exakt berechnet sein) übernehmen die Kompensierung, der „ständigen Flucht“ unseres Beobachtungsobjektes, aus dem Okulargesichtsfeld. Die Stundenachse dreht sich nun mit synchroner Rotationsgeschwindigkeit wie die Erde, jedoch in entgegen gesetzter Richtung, folglich von Osten nach Westen. Und mit der langsamen Rotation der Achse (1° in 4 Minuten) bewegen sich auch alle übergeordneten Bauteile. Unser Stern bleibt durch diese konstruktive Lösung über längere Zeit, ohne lästige manuelle Korrektur, im Okular sichtbar.

Vorausgesetzt, das gesamte Instrument ist entsprechend aufgestellt. Das bedeutet im konkret, die Stundenachse befindet sich präzise in Nord-Süd-Richtung und zeigt genau auf den fiktiven Drehpunkt der Erdachse am Himmel. Also in die unmittelbare Umgebung des Polarsterns (Polaris).

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