Startseite | Kontakt-Formular - 1. Vorstand | Kontakt - Webmaster | Impressum | Datenschutzerklärung | FAQs | Sitemap

Leuchterscheinung - Meteor / Sternschnuppe

VSS Harald Wochner

Geminiden Meteor am 14. Dezember 2004 - 01:01 MEZ - Fotograf Harald Wochner

VSS Galerie von Konrad Andrä

Perseiden-Meteor am sommerlichen Himmelszelt - Fotograf Konrad Andrä 1987

Perseiden-Meteor am sommerlichen Himmelszelt - Fotograf Konrad Andrä 1987

Grafik: Leuchterscheinung Meteor, Feuerkugel und Bolide.

Kurz-Info
Als Meteor oder Sternschnuppe wird die faszinierende Leuchterscheinung bezeichnet, die ein kosmischer Festkörper bei seinem rasanten Flug durch die Atmosphäre der Erde verursacht.

Sternschnuppen, wie sie der Bürger üblicherweise von zufälligen Sichtungen kennt, besitzen eine relativ geringe Größe des verursachenden Eindringlings. Vom Laien wird die Größe des Körpers in Bezug zu der erzeugten Leuchterscheinung bei weiten überschätzt. Hier handelt es sich um kosmische Körper von nur wenigen Millimeter im Durchmesser. Diese fliegen jedoch mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten in die immer dichter werdenden Luftschichten unseres Planeten Erde. Die daraus resultierende extreme Luftreibung wird dem Meteor letztendlich zum „Verhängnis". Salopp formuliert, unter Umständen „verglüht" der Körper restlos.

Wesentlich heller und spektakulärer als Sternschnuppen sind die als Feuerkugeln bezeichneten Leuchterscheinungen, die bereits eine beachtliche Helligkeit von -4mag erreichen. Dies entspricht in etwa der Helligkeit der Venus. Von Boliden spricht der Fachmann, wenn die sichtbaren Objekte eine mit dem Vollmond vergleichbare Helligkeit aufweisen. Boliden sind so hell, dass irdische Gegenstände bereits Schatten werfen. Der Erdtrabant ist -12,5mag hell.

Von diesen größeren außerirdischen Körpern erreicht oftmals Restmaterial die Oberfläche der Erde und wird dann als Meteorit bezeichnet.

Steinmeteorit mit Schmelzkruste

Millbillillie - Typ: Steinmeteorit Eukrit - Gewicht: 15g Individuum - Fall: Oktober 1960 Australien - TKW 330kg

Warum leuchten Meteore?

Wie kommt das Leuchten der Meteore zustande?
Immer wieder wird in der Literatur vereinfacht von dem Verglühen der Meteore bei ihrem Flug durch die Erdatmosphäre geschrieben. Der Vorgang ist jedoch wesentlich komplizierter und komplexer. Der Physiker spricht hier von einem Rekombinations-Leuchten.

Hinter dem Meteoroiden entsteht der Meteor

Wissenschaftliche Erklärung.
Zuerst wird die Luft ionisiert und es entsteht vor dem Meteoroiden quasi ein ausgeprägtes "Luftplasma-Polster", dass radial nach hinten abströmt und sich ununterbrochen erneuert. Auf solch einem Polster reitet jedes Shuttle in Richtung Erdoberfläche, mit möglichst keiner Ablation und Wärmeleitung. Zuerst entsteht allerdings wenig Plasma, dass von dem kosmischen Körper selber stammt. Erst wenn die Atmosphäre zunehmend dichter wird, kollidieren die Luftmoleküle vorrangig mit der erzeugten Schockfront vor dem Meteoroiden, dem bereits entstandenen Plasma, und erhöhen die Dichte und die innere Energie des Fluides (denn Plasma ist eine Art Flüssigkeit), welches nach hinten abfließt. Diese Plasmaphase kann dabei dichter werden als das Material des Eindringlings. Die stattfindende Ablation ist dabei sehr hoch. Die Abtragung ist wie schon erwähnt schneller, als die Wärmeleitung. Warum? Weil innerhalb von 5 Sekunden Flugzeit der Körper ( z.B. Durchmesser ein Meter ) zu 95% ionisiert wurde. Das Plasma, also das zerschlagene Material des Meteoroiden und der Atmosphäre, kann in dieser zerstörerischen Phase jedoch nicht leuchten. Das abgetragene Material und die Luft selber können in sehr verschiedene Ionisierungen gebracht werden. Jedoch erst, wenn der Prozess der Zerstörung ein Ende findet, kann sich die aufgestaute Bewegungsenergie wieder abbauen. Dies bedeutet, Ion ( mindestens ein Atomkern und die vielleicht noch verbliebenen Restelektronen ) und frei bewegliche Elektronen finden wieder zu einander. Ganz einfach gesagt, solange noch ein Elektron frei herumfliegt oder sich noch nicht an der richtigen Stelle befindet, so lange besteht noch Plasma, dass durch Rekombination dieser Elektronen mit zu hoher kinetischer Energie, Licht emittieren kann. Diese geben die zu hohe und nicht benötigte Energie in Form von Licht ab. Theoretisch ist ein sehr breiter Bereich im elektromagnetische Spektrum möglich.

Kurz-Info
Dieser leuchtet in der Ionosphäre manchmal längere Zeit. Der Effekt des Nachleuchtens wurde schon bis zu einer Stunde beobachtet. Grund dafür ist die Tatsache, dass die dünne Atmosphäre einfach zu wenig Atome oder Ionen zur Verfügung stellen kann, um die Plasmaphase zu beenden. Wenn Meteore Nachleuchten sind dies nicht wie oft angenommen Staub- oder Rauchwolken. Dieses Phänomen ist nur am Tageshimmel zu erkennen weil die Partikel dann durch das Sonnenlicht sichtbar werden.

> Sternwarte Singen e.V. bei >> Facebook

Copyright © 1984 - 2018 - Sternwarte Singen e.V. - Alle Rechte vorbehalten.

Zugriffe heute: 2 - gesamt: 2341.